c't 2006/16/148 Clients für Instant Messaging Echtzeitkommunikation mit Instant Messengern erfreut sich großer Beliebtheit - und die Betreiber der Messaging-Dienste buhlen mit immer mehr Funktionen um potenzielle Nutzer. Aus den einfachen Tools zur Übermittlung von Texten sind inzwischen ausgefeilte Alleskönner geworden. Lesen empfohlen (Uebersicht), gezippt zu: "148.zip" -- Nachfolgend Kurzübersichten/Auszuege zu Technik / Software falls Interesse, kann ich kompletten Artikel zusenden Sind allerdings etwas aelter. Beurteilungen zu SKYPE aus thread siehe Ende dieser Seite ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------- c't 2003/22/118 Anstelle von Quasi-Standbildern im VGA-Format greift man lieber zu niedrigeren Auflösungen von 250 x 176 Pixeln und weniger, die für Webcam- und Videotelefonie-Zwecke durchaus genügen. Auch wenn TV-ähnliche Auflösungen schon mangels der notwendigen (Internet-)Bandbreite nicht beim Web- oder Telefonie-Gegenüber ankommen, begrenzt auch die Kamera-Hard- und Software den Bilddurchsatz. So halten einige Kameras bei wenig Licht ihren (elektronischen) Verschluss für das einzelne Bild einfach sehr lange offen, und die im Prospekt versprochenen 25 Bilder pro Sekunde (Frames per second, fps) schmelzen dann schnell auf gerade noch zehn oder weniger fps zusammen - ein Umstand, dem oft wenig Beachtung geschenkt wird. Vor diesem Hintergrund muss man die Herstellerangaben zur Bildwiederholrate - so überhaupt konkrete Angaben zu finden sind - als technisch maximal erzielbaren Eckwert ansehen, der sich in der Praxis längst nicht unter allen Betriebsumständen erreichen lässt. Chips mit 640 x 480 Pixeln reichen für Webcam-Anwendungen völlig aus, sofern die verwendete Optik und die Bildverarbeitung in der Kamera mithalten kann; von den oft nur streichholzkopfgroßen Objektiven der Billig-Webcams darf man natürlich keine Wunder erwarten. Aus Kostengründen verwendet man hier gern CMOS- anstelle der bei Digitalkameras üblichen CCD-Sensoren. Billige CMOS-Sensoren erkennt man am kräftigen "Grieseln" (Bildrauschen, auch feststehendes Störmuster bei schwachem Licht) und geringer Dynamik (Ausbleichen, blasse Farben bei hoher Helligkeit). Die CMOS-Bildwandler-Technik hat in den letzten Jahren zwar einige Fortschritte gemacht, sodass derartige Sensoren nicht mehr durch die Bank schlechter sind als CCD-Chips, mit Letzteren steht man aber im Zweifelsfall besser da [1]. Minimalisten Für Webcam-Zwecke eignen sich daher - wenig erstaunlich - Kameras, die sich als schlichte Bilderlieferanten mit wenig Schnickschnack ohne Aufwand installieren und nutzen lassen und genau das Datenmaterial erzeugen, was benötigt wird: Bilder mit maximal 640 x 480 Pixeln bei Bildraten von wenigstens 15 fps, wobei etwas Reserve hier nicht schadet. Für den richtigen Ton sollte ein eingebautes Kleinstmikrofon sorgen; alternativ kann man natürlich auch ein Headset an der Soundkarte anschließen. Die Kamera sollte einfach zu bedienen sein, auch bei extremen Lichtverhältnissen eine ordentliche, natürliche Farbwiedergabe liefern, eine ausreichende Rauscharmut auch bei geringer Beleuchtungsstärke bieten und einen möglichst großen Schärfebereich abdecken, damit man auch einmal kleine Gegenstände präsentieren kann. Bewährt hat sich ferner eine Weitwinkel-Optik, da man die Kamera meist in unmittelbarer Nähe des aufzunehmenden Motivs betreibt. Wege in den PC gibt es viele, für Webcam-Zwecke kommen derzeit nur noch zwei in Frage: USB 1.1/2.0 und FireWire (IEEE 1394). Die allermeisten Geräte am Markt verwenden USB 1.1 mit seiner Netto-Datenrate von rund einem Megabyte pro Sekunde. Seit Version 2.0 bietet diese Schnittstelle wie FireWire eine selbst für Video-Zwecke ausreichende Bandbreite; allerdings wird USB-2.0-Hardware erst von Windows XP korrekt und weit gehend problemlos ins System eingebunden. OS-X-Treiber für die ebenfalls USB-2.0-tauglichen neuen Macs sind noch Mangelware. Leicht betagte PCs sind als Videotelefonie-Rechner schnell überfordert - mit vergleichsweise alter Hardware fängt man sich an vielen Stellen Ärger wegen fehlender Treiberunterstützung ein. Aiptek PocketCam Slim 3000: gute Auflösung, auch mit USB 1.1 gute Bildraten, Zweitnutzung als Digitalkamera Logitech QuickCam Zoom: überzeugende Bildqualität, auch mit USB 1.1 hervorragende Bildraten ADS USB Turbo 2.0 Webcam: flüssige Bilder auch bei höchster Auflösung, an USB 1.1 nur kleine Bilder Fazit Eine vernünftige Webcam muss keine 100 Euro kosten und keinen USB-2.0-Port mitbringen. Zwar beeindrucken die Modelle mit der "schnellen Schnitte" durch ihre hohen Bildwiederholraten, doch spielen die im Internet-Einsatz erst einmal so gut wie keine Rolle. Dafür erfordert USB 2.0 fast ausnahmslos Windows XP als Betriebssystem; über das in einem Testrechner eingebaute USB-2.0-Interface mit NEC-Chipsatz gelang es uns schon unter Windows ME nicht mehr, die USB-2.0-Kameras ordnungsgemäß in Betrieb zu nehmen. FireWire verhält sich demgegenüber zahm; Mac-User sind mit der teuren iSight und der nur wenig schwächeren Fire-i bestens bedient, dürfen aber auch getrost zur USB-Kamera von Logitech greifen. Ansonsten tut es nach wie vor ein USB-1.1-Modell, wenn es nicht gar zu billig ist. Die meisten der in [1] vorgestellten PC-Kameras sind immer noch am Markt, und mit einem Markengerät, etwa von den Marktführern Philips und Logitech, ist man hier auf der sicheren Seite. (cm) Literatur [1] Dr. Klaus Peeck, Fern-Seher, 21 Webcams mit und ohne Fotofunktion, c't 8/02, S. 146 Soft-Link 0322118 PC-Kameras mit USB und FireWire Name ADS USB Turbo 2.0 Webcam Aiptek PenCam VGA Plus Aiptek PocketCam Slim3000 Apple iSight Hama WebCam VGA Pro Logitech QuickCam Zoom Trust 380 USB 2.0 SpaceC@m Unibrain Fire-i Hersteller ADS Technology, www.adstech.com Aiptek, www.aiptek.de Aiptek, www.aiptek.de Apple, www.apple.de Hama, www.hama.de Logitech, www.logitech.de Trust, www.trust.com Unibrain, unibrain.com Anbieter Fachhandel / Ingram Micro Conrad Electronic, Hirschau Conrad Electronic, Hirschau Fachhandel Horten Saturn Saturn Dr. Bott, Königsee, www.drbott.de Schnittstelle USB 2.0 USB 1.1 USB 1.1 FireWire USB 1.1 USB 1.1 USB 2.0 FireWire Wandler CMOS CMOS CMOS CCD 1/4" k. A. CMOS CIF CMOS CCD 1/4" Schärfeneinstellung manuell Fixfokus manuell Autofokus manuell manuell manuell manuell max. Auflösung 640 x 480 640 x 480 1600 x 1200 640 x 480 640 x 480 640 x 480 640 x 480 640 x 480 max. Framerate [fps]1 30 25 25 30 k. A. 30 30 30 Videoauflösung [Pixel] 640 x 480 320 x 240 320 x 240 640 x 480 640 x 480 640 x 480 640 x 480 640 x 480 Fotoauflösung - 640 x 480 1600 x 1200 1024 x 768 - - - - - - Besonderheiten - Digikam-Funktion - Digikam-Funkt., Display 16 MByte int. Speicher - - Digital-Zoom - - Mikrofon - - - Richtmikrofon - + - - Treiber 2000/XP 98SE/ME/2000/XP 98SE/ME/2000/XP Mac OS X ab 10.2.5 98/ME/2000/XP 98/ME/2000/XP, Mac OS 9.x, Mac OS X 10.1.5 2000/XP 98SE/ME/2000/XP, Mac OS 9.1, Mac OS X Software iSPQ Video Chat, Yahoo Messenger, Microsoft Netmeeting, iVisit, TeVeo Live 2.1 CyberLink VideoMail, Microsoft Netmeeting, ULead PhotoExplorer ULead PhotoExpress, CyberLink VideoLive Mail, ULead DVD Picture Show, ULead PhotoExplorer iChat-Software per Download ULead PhotoEditor Logi IM Video Com- panion für Gesichts- erkennung, VideoMail, Bewegungsmelder AMCAP, CameraPlus, TeVeo Video Suite iSPQ-Lizenz Kabel 2,05 m 1,50 m, steckbar 1,50 m, steckbar 1,65 m, steckbar 1,7 m 2,0 m 1,45 m 1,75 m, steckbar Preis 79,95 EUR 24,95 EUR 89,95 EUR 179 EUR 49 EUR 69,99 EUR 69,99 EUR 129 EUR 1 Herstellerangabe ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------- c't 2003/22/106 Schau mir in die Augen, Oma Videotelefonieren mit Windows und Mac OS X Fazit Größtes Problem der Videotelefonie ist und bleibt die Schwierigkeit, Router und Firewalls zu überwinden. Wenn beide Gesprächspartner dank NAT mit einer anderen als ihrer tatsächlichen IP-Adresse online sind, kann die Kommunikation nach dem aktuellen Stand der Technik nicht klappen. Immerhin kommen fast alle Kandidaten zurecht, wenn nur ein Teilnehmer an Router oder Firewall vorbei muss. Notfalls muss man eben das DSL-Kabel aus dem Router ziehen und direkt ans DSL-Modem stecken oder die Internetverbindungs-Firewall von Windows XP deaktivieren, um die Freundin oder Oma anzurufen. Die meisten Privatanwender kommen vermutlich auf Anhieb zurecht, sodass dieses Problem die viel versprechende Videotelefonie wohl nicht schon vor ihrem endgültigen Durchbruch wieder in der Versenkung verschwinden lässt. Wer von der anfangs erwähnten Mischung aus Videotelefonie-, Videochat- und Instant-Messenger-Programmen einen Vorsprung der spezialisierten Tools erwartet, sieht sich getäuscht. li-com schafft zwar die zweitbeste Framerate im Test, muss aber an der Oberfläche noch etwas reifen. Bei starken Bewegungen verkommt das übertragene Bild zu einem bizarren Kunstwerk; etwas Feintuning des MPEG4-Codecs täte dem Programm auch gut. Die Tonqualität kann ebenso überzeugen wie beim anderen Spezialisten, Alice, doch die AVM-Entwickler sollten ihren Video-Codec noch einmal für langsamere Leitungen optimieren. Bei Verbindungen über DSL ist der Gesprächspartner manchmal nur zu erahnen. ICUII (unverständlicher Ton) und iSpQ (weniger als ein Frame pro Sekunde) können nicht überzeugen. Beide Hersteller kassieren ihr Geld wohl hauptsächlich von Chattern auf der Suche nach Video-Sex. Der Yahoo Messenger mag eine große Gemeinde an Chat-Freaks bedienen; von seinen Videotelefoniequalitäten halten wir wenig. Der MSN Messenger liefert dagegen einen souveränen Auftritt ab. Als eindeutiger Testsieger verlässt etwas überraschend der Newcomer von Apple, iChat AV, unseren Prüfstand. Bild- und Tonqualität überzeugen - so macht Videotelefonie Spaß. (se) Literatur [1] Holger Dambeck, Stephan Ehrmann, Man sieht sich, Videotelefonie übers Internet: Neun Programme für bis zu 40 Euro, c't 17/02, S. 98 [2] Torsten Kleinz, Nachsendeauftrag, Serverdienste mit dynamischen IP-Adressen anbieten, c't 10/03, S. 210 [3] Peter Siering, Bei Bildstörung, Praxistipps rund um die Videotelefonie, c't 17/2, S. 108 [4] Experimentelle Netfilter/iptables-Erweiterung für H.323: www.netfilter.org/documentation/pomlist/pom-extra.html [5] Linux UPnP Internet Gateway Device: http://linux-igd.sourceforge.net/ [6] Linux-Firewall mit Stateful Inspection: www.heise.de/security/artikel/38220 Soft-Link 0322106 ------- multiprotocol clients for SKYPE (not yet good enough): MIRANDA IM skype plugin: see http://forums.miranda-im.org/showthread.php?t=8160 for other clients developing also is going on: Kopete, Trillian Pro (http://de.wikipedia.org/wiki/Multi-Protokoll-Client)